27.11.2014

Kieler Nachrichten

Kahlschlag in der Redaktion geplant

Kiel,  27.11.2014. Kahlschlag in der Redaktion der Kieler Nachrichten: Die Zahl der Mitarbeiter in der Redaktion soll von derzeit 103 auf künftig 74 gesenkt werden. Das teilte Kieler Nachrichten-Geschäftsführer Sven Fricke auf einer Betriebsversammlung am 26. November mit. Grund dafür seien zum einen die sinkende Auflage, zum anderen stark steigende Vertriebskosten durch den ab 1. Januar geltenden Mindestlohn. „Betriebsbedingte Kündigungen schließen wir nicht aus“, betonte Fricke. Ziel bleibe aber, in Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft alternative Lösungen zu finden, um darauf verzichten zu können. Die Sondierungsgespräche der beteiligten Parteien beginnen bereits Anfang Dezember. In welchem Zeitraum der Personalabbau abgeschlossen sein sollte, ließ Fricke offen.

Als „erschütternde Nachricht“ bezeichnete Günther Jesumann, Vorsitzender des DJV-Landesverbandes Schleswig-Holstein, die Nachricht vom Abbau in der Redaktion: „Für die führende Tageszeitung in der Landeshauptstadt, eine Säule der objektiven demokratischen Meinungsbildung, ist es wichtig, eine starke Redaktion zu haben. Ein Stellenabbau dort ist da keine zielführende Idee“, sagte Jesumann, der gleichzeitig betonte, dass der DJV „bereit für Gespräche“ sei. Jesumann weist darauf hin, es grenze an Betrug an den Lesern, Preiserhöhungen für das Abonnement zu planen und gleichzeitig die Redaktion zu verkleinern. Man spüre bei dieser Kieler Entscheidung deutlich die Handschrift des Madsack-Konzerns. Die Madsack-Gruppe hält 49 Prozent der Anteile, 51 Prozent liegen in der Hand der Gesellschaft der Heinrich-Erben Christian Tobias, Olaf und Björn Heinrich (CTOB).

Künftig sollen große Teile der überregionalen Nachrichten sowie Servicethemen vom neuen Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) der Madsack-Gruppe aus Hannover geliefert werden. Mit der Einführung einer Vier-Buch-Struktur soll zudem auch der Umfang der regionalen und lokalen Berichterstattung reduziert werden. Gleichzeitig soll durch den Start der zentralisierten Arbeit an einem sogenannten Regiodesk ab Mitte Dezember die Aufgabenverteilung zwischen Reportern und Seitenmachern klar getrennt werden.

 

Nach unseren Informationen soll auch bei der Segeberger Zeitung, einer 100%igen Tochter der Kieler Nachrichten, der Abbau von 19 Vollzeitstellen auf 10 beabsichtigt sein.

 

 

V.i.S.d.P.  Bettina Neitzel, Geschäftsführerin